Häufige Fragen zur Fellpflege bei Lockenhunden
Die Fragen, die ich im Salon in Aadorf und in meinen Kursen am häufigsten höre.
Beantwortet von Sabine Schweingruber, Hundefriseurin und Züchterin von Australian Labradoodles.
Deine Frage fehlt? Schreib mir an info@felltraum.ch
Warum verfilzt mein Hund, obwohl ich täglich bürste?
Weil Bürsten auf dreckigem, trockenem Fell das Haar angreift. Je öfter du über ungewaschenes Fell bürstest, desto trockener und rauer wird es, und rauhes Haar verhakt sich schneller. Du bürstest also fleissig und züchtest dir den Filz dabei selbst. Wie du das Fell so pflegst, dass Bürsten überhaupt etwas bringt, zeige ich dir im Kurs Tschüss Filz.
Ist das noch flauschig oder schon Filz? Woran erkenne ich Filz früh?
Wenn sich das Fell plötzlich extrem dicht anfühlt, ist es meistens schon Filz. Gesundes, flauschiges Fell fühlt sich seidig an. Der sicherste Test: Versuch mit dem Kamm bis auf die Haut zu kommen. Wenn du die Haut überall problemlos findest und siehst, ist alles gut. Wo du nicht durchkommst, ist das Fell verdichtet oder bereits verfilzt. Mit dem Filz-Radar gehst du diesen Test in fünf Minuten an sieben Körperstellen durch, kostenlos und nur mit einem Kamm.
Mein Hund ist verfilzt, was tun? Muss er jetzt komplett geschoren werden?
Für deinen Hund wäre eine Filzschur meistens die schönere Lösung, ja. Filz ausbürsten braucht enorm viel Zeit und Geduld, von Hund und Hundefriseurin, und das Ergebnis ist ein stark angegriffenes Fell, das gleich wieder verfilzt. Lieber einmal kurz und danach das nachwachsende Fell von Anfang an richtig pflegen, dann ist es viel weniger anfällig. Genau dafür ist Tschüss Filz gemacht.
Wie löse ich Knoten, ohne dass es ziept und ohne Löcher zu schneiden?
Mit dem Kamm zwischen Haut und Knoten, damit der Zug am Filz ankommt und nicht an der Haut. Ohne diesen Griff ziept jeder Knoten, und irgendwann greift man zur Schere und schneidet Löcher ins Fell. Ich zeige dir die Technik Schritt für Schritt am Hund im Mini-Kurs Tschüss Filz.
Wie oft muss ich meinen Doodle, Pudel oder Lagotto bürsten?
Das hängt davon ab, wie das Fell heute dasteht. Ist es schon angegriffen, dann täglich, bis es wieder gesund ist. Ist es richtig gepflegt, reicht es, alle zwei bis fünf Tage nach Knoten zu suchen und nur diese auszubürsten, dazu alle drei bis vier Wochen einmal komplett ausbürsten, richtig waschen und pflegen. Wo dein Hund gerade steht, zeigt dir der Filz-Radar in fünf Minuten. Weniger Bürsten, dafür das Richtige, ist das Ziel.
Welche Bürste und welcher Kamm für Lockenfell ohne Unterwolle?
Als Bürste empfehle ich den ActiVet TuffZapper Coater. Der Kamm sollte zwei Seiten haben, eine grob und eine fein gezahnt. Mehr braucht es für den Anfang nicht. Kleiner Extra-Tipp: Die meisten «Entfilzer» im Zoofachhandel sind für Fell mit Unterwolle gebaut. Auf Lockenfell richten sie mehr Schaden an als Nutzen.
Warum ist mein Hund nach dem Waschen noch mehr verfilzt? Wie wasche und föhne ich richtig?
Weil Wasser vorhandenen Filz verdichtet. Einen verfilzten Hund darfst du deshalb nicht baden, erst wird alles ausgebürstet, dann kommt das Bad. Danach zweimal mit einem guten Hundeshampoo waschen, einmal pflegenden Conditioner einarbeiten, einwirken lassen und alles gründlich ausspülen. Zum Schluss föhnen, bis das Fell zu hundert Prozent trocken ist. An dieser Stelle gibt es keine Abkürzung.
Kann ich meinen Doodle selbst scheren, oder braucht es dafür den Hundefriseur?
Du kannst, aber nicht ohne Anleitung, wenn du deinen Hund nicht verletzen willst. Für genau das gibt es meinen Scherkurs, mit Videos zu allen Körperregionen. Zuhause im vertrauten Umfeld ist Scheren für deinen Hund deutlich angenehmer als im Salon, und du sparst dir alle sechs bis acht Wochen den Termin.
Muss ich meinen Hund im Sommer scheren, damit er nicht überhitzt?
Ja, aber auf keinen Fall zu kurz. Das Fell schützt zwar kaum vor Hitze, aber es schützt vor direkter Sonneneinstrahlung. Kürzt du es im Sommer zu stark, kann dein Hund einen Sonnenbrand bekommen. Im schlimmsten Fall nehmen dabei die Haarwurzeln Schaden, das Fell wächst spärlicher nach oder stellenweise gar nicht mehr. Dasselbe kann passieren, wenn das Fell ganz abrasiert wird.
Mein Hund hält beim Bürsten nicht still oder hat Angst vor Bürste und Kamm. Was tun?
Dann hat er beim Bürsten schlechte Erfahrungen gemacht: Es hat geziept, gekratzt, oder er hat gespürt, dass du nervös bist. Das Vertrauen holst du dir auf zwei Wegen zurück. In Tschüss Filz lernst du die Technik, mit der Filz rauskommt, ohne dass es weh tut und ohne Löcher im Fell. In der Fellness & PfotenProfi Challenge lernst du, wie ihr einen festen Ablauf hinbekommt, bei dem dein Hund bequem liegt und genau weiss, was wann mit ihm passiert. Das zahlt auf sein Vertrauenskonto ein, und Fellpflege wird von der Tortur zur gemeinsamen Zeit.